letzte Aktualisierung:
am: 22. 05. 2013
Maritime Navigation erstmals mit Galileo.
Die Rostock System Technik GmbH beschreitet mit diesem Projekt Neuland und möchte damit auch die Effizienz des künftigen europäischen Satelliten-Navigationssystems nachweisen.
Im Auftrag des DLR haben die RST Rostock System-Technik GmbH und Astrium mit Hilfe des Satellitennavigationssystems Galileo eine Entwicklungsumgebung am Rostocker Seehafen aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Hochseefähre „Mecklenburg-Vorpommern“ nutzt diesen Positionsdienst im Dezimeter-Bereich für präzise Anlegemanöver. Mittels derartiger Lösungen kann die Schifffahrt zukünftig unabhängig von den Wetterverhältnissen sicher navigieren, durch eine beschleunigte Ansteuerung Hafenzeiten und Kosten reduzieren sowie die vorhandene maritime Infrastruktur noch besser auslasten. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) ist der Auftraggeber des mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) finanzierten Vorhabens*. RST führt auch die zunächst bis zum Mai 2010 laufende operationale Betriebsphase durch. Das DLR hatte dem System im Mai 2008 die technische Endabnahme erteilt. Mit SEA GATE hat die europaweit erste Galileo-Entwicklungs- und Testumgebung den Betrieb aufgenommen und steht weiteren interessierten Nutzern für die Anwendungsentwicklung und Erprobung zur Verfügung.
SEA GATE besteht aus sechs sogenannten „Pseudolites“ (Pseudo Satellites), die rund um den Seehafen fest installiert sind. Mittels ihrer Signalgeneratoren, die denen in den Galileo-Satelliten ähnlich sind, strahlen sie das Positionssignal des derzeit im Aufbau befindlichen Europäischen Satellitennavigationssystems aus. Dank ihrer zwei Empfänger an Bord kann die Fähre „Mecklenburg-Vorpommern“ ihre genaue Position ermitteln und darüber hinaus anhand der beiden versetzten Antennen auch die Ausrichtung des Schiffes im Hafenbecken bestimmen.
*unter dem Kennzeichen 50 NA 0616.
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